Willkommen auf der Homepage des Erich Maria Remarque
Friedenszentrums. Die folgenden Stichpunkte bieten eine erste Übersicht, wie
Sie unsere Seite nutzen können. Von dort gelangen Sie zu den für Sie
interessanten Einträgen. Erich
Maria Remarque-Friedenszentrum
Markt
6
Postfach
44 69
49069
Osnabrück
Bundesrepublik
Deutschland
Unter www.krieg-film.de präsentiert das Erich
Maria Remarque-Friedenszentrum in Osnabrück die erste online-Datenbank für
Kriegs- und Antikriegsfilme. Derzeit hält die Datenbank Informationen zu mehr
als 800 internationalen Filmen aller Genres aus über 40 Ländern bereit.
Die zweisprachig deutsch-englische Datenbank erlaubt die gezielte Suche nach
Filmen aus einzelnen Ländern, Produktionsjahren, zu bestimmten Kriegen und nach
themen- und motivbezogenen Schlagworten. Sie bietet neben filmographischen
Angaben kurze Inhaltszusammenfassungen der Filme sowie biographische
Informationen zu Regisseuren, Schauspielern und weiteren Filmmitarbeitern.
The English version "Modern War on Screen"
can be found at www.war-film.com.
Wissenswertes zu Leben und Werk
Remarques
Hans Calmeyer-Archiv im Erich
Maria Remarque-Friedenszentrum
Anfang März 1941 – ein Jurist namens Hans Calmeyer beginnt beim Reichskommissariat in Den Haag seine Tätigkeit als »wissenschaftlicher Hilfsarbeiter« in der Abteilung »Innere Verwaltung«. Seit dem 10. Januar 1941 müssen sich niederländische Juden registrieren lassen – und sie melden sich pflichtbewußt – ohne zu ahnen, was diese Meldung später für sie bedeuten wird. Calmeyer ist ein Verwaltungsjurist beim Reichskommissar. Das kleine Rad in der Verwaltungsmaschinerie beginnt sich nach kurzer Zeit nicht mehr nach Vorschrift zu drehen: Anordnungen und Forderungen für die niederländische Bevölkerung werden abgemildert oder abgeschwächt. Dem taktisch geschickten Calmeyer gelingt es sogar, die Ausführung von Repressionsbestimmungen zu verschleppen oder sogar zu verhindern. Eines Tages wird diese Abteilung mit der Aufgabe betraut, über Zweifelsfälle hinsichtlich der Anmeldepflicht von Juden und Mischlingen zu entscheiden. Calmeyer wird Referent der sogenannten „Entscheidungsstelle für Zweifelfragen der Abstammung“ – es gibt eine »Dienststelle Calmeyer«. Die »Nürnberger Rassegesetze« von 1935 gelten auch in den besetzten Gebieten. Die Frage nach dem Grad des Anteils an »jüdischem Erbgut« kann in diesen Tagen über Freiheit, Verfolgung und Ermordung entscheiden. Calmeyer entdeckt seine Chance: Juden wird nahegelegt, vor einer »rassischen Klassifizierung« ihre Unterlagen verloren zu haben. Selbst mündliche Abstammungsurkunden werden akzeptiert. Der Jurist Calmeyer gibt deutlich zu erkennen, daß er bereit ist, alle möglichen »arischen Vorfahren« anzuerkennen – mag der Nachweis dafür auch noch so zweifelhaft sein. Um die deutsche gründliche Verwaltungsmaschinerie zufrieden zu stellen, akzeptieren Calmeyer und seine Mitarbeiter Abstammungsnachweise aller Art – erwecken sie auch nur den Anschein, echt zu sein. Zu Calmeyers Rettungswerk gehören eine Reihe von niederländischen Juristen, Pastoren, Ärzten, Standesbeamten und Bürgermeistern, die verschwiegene Teile der »Fälscherfabrik« von historischen Dokumenten werden. Über Nacht sind eine Reihe der Vorfahren von »Calmeyer-Juden« schon im 19. Jahrhundert zum Christentum übergetreten. Ihre Nachkommen gelten so nicht mehr als »Volljuden« nach den »Nürnberger Rassegesetzen«. Eine Vielzahl von Antragstellern kann Calmeyer aufgrund dieser »Unterlagen« sofort »entlasten« – ihm gelingt zudem, die Bearbeitung einer Reihe von Zweifelsfällen bewußt zu verschleppen, um Zeit gegen den kollektiven Rassenwahn zu gewinnen.
Calmeyers Ahnennachweise retteten 2866 namentlich
bekannte Juden vor der Deportation in die Internierungs- und Vernichtungslager.
Nimmt man die Familien und Großsippen dazu, beläuft sich die Zahl der
Geretteten sogar auf etwa 17.000 Menschen. Die Geschichte von Calmeyer ist ein
bisher weitgehend unbekanntes Kapitel in der Chronik der Judenrettung im 2.
Weltkrieg.
Calmeyer stammt aus der westfälischen Provinz. 1903 wird er in Osnabrück als Sohn eines Richters geboren. Er studiert Jura und interessiert sich für Kunstgeschichte und Geographie. In München lernt er den Sozialismus kennen und findet Aufnahme in einer Kompanie der Schwarzen Reichswehr. 1932 wird er in seiner Heimatstadt Osnabrück freier Rechtsanwalt und gilt bei den Nazis als »Salonbolschewist«. Zeitweise wird ihm die Berufserlaubnis entzogen – er bleibt unter Beobachtung der Gestapo. Ab Mai 1940 ist er Soldat in einer Luftnachrichtenkompanie in den Niederlanden.
Nach dem Ende des Krieges versucht Calmeyer, erneut in
Osnabrück Fuß zu fassen: Er wird wieder Anwalt – bald auch Notar. Daneben
entwickelt er ein starkes kulturelles Engagement in seiner Stadt. Aus
Bescheidenheit verschweigt er seine eigenen Taten – ja, er macht sich sogar
Vorwürfe, viel zu wenig getan zu haben. Anfang der sechziger Jahre stoßen
Journalisten auf sein Schicksal. Es gibt Rundfunk- und Fernsehberichte, die
jedoch nicht das gebührende Echo haben. Von der nationalsozialistischen
Vergangenheit will man im Wirtschaftswunderland Bundesrepublik in den sechziger
Jahren nichts mehr hören. Ein »Judenretter« Calmeyer ist ein störendes Glied in
einer Nachkriegsgesellschaft mit flüchtigem Gedächtnis. Calmeyer zieht sich aus
der Gesellschaft in sich selbst zurück und beschäftigt sich intensiv mit der
Welt des Geistes, der Literatur und mystischer Verklärungen. Seine letzten
Lebensjahre sind zunehmend von Depressionen und esoterischem Eskapismus
geprägt. 1972 stirbt er.
Erst spät wird er wiederentdeckt: Ab 1988 wird seine Geschichte erforscht; 1992 wird er von Yad Vashem als »Gerechter der Völker« geehrt; 1995 wird ihm posthum die höchste Auszeichnung seiner Heimatstadt Osnabrück, die Mösermedaille, verliehen. Bestandsverzeichnis der im Remarque Friedenszentrum verwahrten Materialien zu Hans Calmeyer sowie Informationen zu seiner Biographie.
Heinz
Liepman-Materialien im Erich Maria Remarque-Friedenszentrum
Heinz Liepman, 1905 in Osnabrück als Heinz Liepmann
geboren und 1966 in Agarone/Tessin gestorben, gehört zu den vergessenen
jüdisch-deutschen Autoren des 20. Jahrhunderts. Diese Seiten informieren Sie
über das Leben und das vielfältige Werk Liepmans vor dem Hintergrund der
Zeitgeschichte. Erfolge in der Weimarer Republik als Dramatiker, Romancier und
Publizist, die Verhaftung 1933 und Flucht in das Exil in Frankreich, London und
den USA sind ebenso beispielhaft für Liepmans Schriftstellergeneration wie die
Rückkehr aus dem Exil und die kritische Auseinandersetzung mit der Gegenwart
der bundesdeutschen Nachkriegszeit, die schließlich in die »zweite Emigration«
in die Schweiz mündet. Liepmans umfangreiches Werk reicht von publizistischen
Arbeiten, Dramen und Romanen (darunter Das Vaterland, 1933) bis zu
populärwissenschaftlichen Arbeiten und Biographien und politischen Essays über
den Widerstand im Dritten Reich (...wird mit dem Tode bestraft, 1935)
oder die Kriegsdienstverweigerung in der Bundesrepublik der 60er Jahre. Bestandsverzeichnis
der im Remarque Friedenszentrum verwahrten Materialien zu Hans Liepman.
Für weitere Informationen und Bestellungen von Publikationen
oder Archivmaterial wenden sich sich bitte an Dr. Thomas Schneider, Claudia Glunz (Archiv, Führungen) oder Martin Siemsen (Ausstellungen,
Führungen).
E-mail: remarque-zentrum@uni-osnabrueck.de
Wir freuen uns über Ihr
Interesse.
Erich Maria Remarque-Friedenszentrum
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Osnabrück
Bundesrepublik
Deutschland
Erich Maria Remarque-Archiv
Forschungsstelle Krieg und Literatur
Telefon: 0541/969-2430; -2440; -2441
Fax: 0541/969-2431
Öffnungszeiten: Dienstag und Donnerstag 9-12 Uhr, Dienstag bis Donnerstag
13.30-16.30 Uhr, sowie nach Vereinbarung.
Erich Maria Remarque-Ausstellung
Telefon: 0541/969-2448; 323-2109
Fax: 0541/323-4355
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 10-13 Uhr und 15-17 Uhr, Samstag und
Sonntag 11-17 Uhr
Letzte Aktualisierung: 30.03.2005
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